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Deutschlandalbum. CDQuelle: AmazonISBN: 3888973708 9,98 EUR
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Features
Beschreibung
Die Muttern der Schrauben am Eisernen Vorhang zwischen DDR und BRD zeigten nach Westen. Allein dadurch ist die Legende vom "antifaschistischen Schutzwall" entlarvt. Aufmerksam beobachtet hatte dies Siegfried Malaschewski. Der Ex-DDR-Bürger ist einer der Deutschen, die Axel Hacke in seinem bunten Deutschlandalbum porträtiert. Keine schrägen Vögel, sondern typische, durchschnittliche Menschen beschreibt der SZ-Kolumnist. Am liebsten hört er maßvollen Zeitgenossen zu, denen andere Menschen nicht egal sind.In Hackes sorgsam zusammengestellter Personen-Galerie geht es um den deutschen Mann und das Meer, das Geheimnis des Halberstädter Heinrich-Heine-Platzes, Vereine, Kirchenmänner, Unternehmergeist und den Hang zur Ordnung. Die Porträts handeln auch vom Pragmatismus der Kriegsgeneration, dem ersten Pizzabäcker in Deutschland, von einem Bio-Schlachter, Inschriften auf Tier-Friedhöfen und der Arbeitslosigkeit heute. Hacke reist durch die Provinz -- allen voran entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, in dessen Nähe er aufwuchs. Von München bis Berlin führen seine Recherchen. Und der Schriftsteller findet heraus, dass Bettler auf dem Alexanderplatz im Osten mehr Geld bekommen als auf dem Kudamm in Westberlin.
Axel Hacke kommt seinen Landsleuten im Deutschlandalbum wirklich näher. Gekonnt fungiert er als teilnehmender Beobachter, der geduldig beschreibt, aber nicht bewertet. Im Gegensatz zu Wladimir Kaminers Dschungelbuch ist Hackes Werk repräsentativer. Im Vergleich zu Roger Willemsens stark bewölkter Deutschlandreise ist Hacke teils heiter, teils bewölkt. In punkto Sonnenschein schreibt der Autor über uns Deutsche: "Irgendwie kann man einem tendenziell schlecht gelaunten Volk nicht oft genug sagen, dass das Hochziehen der Mundwinkel nicht nur die Folge guter Laune ist, sondern dass es auch gute Laune auslösen kann." Deshalb könnten Deutsche auch in dieser Beziehung noch eine Mauer zu Fall bringen. Und das wäre ein Gewinn, so wie auch die Lektüre dieses lesenswerten Buches ein Gewinn ist. --Herwig Slezak
Kunden Meinungen
das echte deutsche Leben in Details
Datum:11.04.2007 - Rating: 5/5Nachdem ich das Buch gestern abend zu Ende las, musste ich heute gleich ein Rezesion zu schreiben und das Buch zu empfehlen. Es hat mich wirklich in der Seele berührt, die einzelnen Leben der liebenswerten Menschen, die Axel Hacke hier festgehalten hat: Vom Lachtrainer, vom Straßenkehrer, von Kneipengesprächen und von der Judenflucht während des Krieges. Ich denke, gerade als junger Mensch kann man mit diesem Buch seine Sichtweise ein klein wenig ändern und das Deutschland-Gefühl stärken.
zB Helga
Datum:05.04.2007 - Rating: 5/5Axel Hacke schreibt über den Alltag, die Niederlagen und auch die Erfolge,zB Helga. Ehe,sozialer Abstieg, die Herkunftsfamilie voller Elend,Sucht,früher Tod in der Familie; die eigenen Kinder sehr in der Entwicklung gestört,und dennoch,sie schaffen das Abitur,können sich integrieren. und Helga ? sie hat nie entsprechend ihrer Ausbildung arbeiten können,aber sie krabbelt aus dem Sumpf heraus und sagt,mir geht es doch gut. eine Heldin des Alltags, die wahren Berechtigten für ein Verdienstkreuz. denen setzt Axel Hacke ein Denkmal. Verdienstvoll !
Fremde Idee - eigener Stil
Datum:21.03.2007 - Rating: 2/5Zugegeben, der Stil von Axel Hacke ist nicht jedermanns Sache. Ich zum Beispiel mag ihn eher weniger. Trotzdem habe ich das "Deutschlandalbum" von ihm gelesen. Aus Neugierde. Ich war neugierig, wie sehr der Hacke mit "Deutschlandalbum" die "Deutschlandreise" von Roger Willemsen abgekupfert hat. Prinzipiell war ich angenehm überrascht, denn Hackes Konzept war ein wenig anders angelegt und man konnte nicht direkt mit dem Plagiat-Finger draufzeigen. Trotzdem ist das Werk an sich nicht zu empfehlen, denn alles, was das "Deutschlandalbum" zu bieten hat, sind flüchtige Eindrücke, die immens schnell verwehen. Wenn Deutschland wirklich so verwischt ist, dann lohnt es sich nicht in diesem Land zu leben.
Schluss mit (nur) lustig
Datum:23.02.2007 - Rating: 5/5Schluss mit nur lustig, Axel Hacke kann auch anders. Bekannt geworden ist er vor allem als Kolumnist mit heiteren Episoden aus seinem (angeblichen) Leben aber auch als Erzähler hintergründig-witziger Geschichten. Feiner Witz taucht auch in seinem Deutschlandalbum auf, aber nie macht Hacke sich auf Kosten der von ihm beschriebenen Menschen lustig, die er in der ganzen Republik augesucht hat. Auch wenn seine Episoden knapp gehalten sind, merkt man jeder Zeile an, wie viel Zeitaufwand, genaue Beobachtungsgabe und Einfühlsamkeit dahinter stecken.
Hacke ist sich für niemanden zu schade: weder für Langzeitarbeitslose noch für Geflügelzüchter. Unvoreingenommen geht er an Menschen und ihre Geschichten heran. Das beweist, was für ein guter Journalist hinter dem Kolumnisten steckt.
Ein tolles Buch. Ob es uns "fast mit der deutschen Volksseele versöhnt", wie die "Frankfurter Rundschau" laut Klappentext schreibt, sei dahin gestellt. Muss das denn auch unbedingt sein? Wichtiger ist doch, dass einer ausgezogen ist, weder um das Fürchten noch dessen Gegenteil zu lernen, sondern einfach, um mit offenen Augen das festzuhalten, was er findet. Aber natürlich weiß auch Hacke, dass die Deutschen sich aufgrund ihrer Vergangenheit unablässig mit Urteilen über sich beschäftigen. Um so besser, dass sein Buch keine gekünselte Nabelschau geworden ist, sondern ganz einfach(e) Mitmenschen im Fokus hat.
So nah wie möglich, wie irgend nur möglich
Datum:10.08.2006 - Rating: 5/5Axel Hacke hat sich den Menschen genähert und hierbei immer feines Fingerspitzengefühl für den notwendigen Restabstand bewiesen. Wenn es zu persönlich wird, aber auch erst und nur dann, wahrt er die angemessene Minimaldistanz. Es sind Geschichten entstanden, die bei aller Alltäglichkeit auf wunderbare Art faszinieren. Das Besondere im Allgemeinen, Gewöhnlichen wird formvollendet und imer respektvoll herausgestellt. Ein sehr persönliches, geradezu intimes Portrait deutscher Menschen.
